Erfolgsgeschichten

Für die Genauen: «Elektroplaner:in»

In diesem Beruf darf man auch mal kleinlich sein. Was steckt aber alles hinter dem Lehrberuf «Elektroplaner:in» – und wie stehen die Chancen für die Zukunft? Andrea Haug, gelernte Elektroplanerin, hat sich Zeit genommen und liefert uns die Antworten.

Warum hast du dich für den Beruf «Elektroplaner:in» entscheiden?

Andrea Haug: Nachdem ich bereits eine Lehre als Elektromonteurin (heute Elektroinstallateurin, Bemerkung der Red.). abgeschlossen hatte, wusste ich, dass ich mich weiterbilden und bald ins Büro wechseln möchte. Da ich während der ersten Lehre schon Erfahrungen mit Elektroplanern hatte, wusste ich auch, dass dieser Beruf mir gefallen wird.

 

Erzähl uns doch mal was über den Beruf «Elektroplaner:in»!

In der Planungsphase eines Objekts hat man viel mit Behörden und Bauherren zu tun – um zu erfahren, was überhaupt gebaut werden soll. Zusätzlich nimmt man mit Architekten und diversen anderen Gebäudeplanern an Sitzungen teil, in denen die Koordination der Aufgaben besprochen wird. Also sollte es einem einfach fallen, offen auf die Menschen zuzugehen. In dieser Zeit ist man vor allem im Büro anzutreffen, da entstehen die Installationspläne für die Ausführung und die Details von komplexen Situationen werden erstellt. Die Pläne werden zum Teil bereits 3D gezeichnet, deshalb ist ein gewisses Vorstellungsvermögen von Vorteil. In der Ausführung wird es dann besonders spannend, denn da stellt sich dann heraus, ob man sauber gearbeitet hat. Auch auf den Baustellen ist man unterwegs, koordiniert die Arbeitsabläufe, bespricht Probleme und hilft aktiv mit, diese zu lösen. Durch die verschiedenen Phasen eines Baus ist der Beruf sehr abwechslungsreich – und immer spannend.

 

«Natürlich ist der Beruf mehrheitlich theoretisch, aber während der Lehre werden diverse Praktika absolviert, bei denen man auf der Baustelle den Elektroinstallateur:innen mithilft.»


Würdest du von dir selbst behaupten, dass du pingelig bist?

Pingelig nicht, aber es sollte schon genau gearbeitet werden. Das gehört einfach dazu. Man kann einen Plan immer noch besser zeichnen, aber ab einem gewissen Punkt muss man auch mal fünf gerade sein lassen. Ansonsten kann man sich schon mal im Detail verlieren. Es braucht eine Faszination für das Technische. Man sollte wissensbegierig sein und Freude daran haben, die Dinge genau und bis ins Detail zu verstehen. Ein ehemaliger Vorgesetzter hat mir immer gesagt: Erkläre es mir, als ob du es einem 6-Jährigen erklären würdest. Erst wenn du das kannst, weisst du, dass du es bis ins Detail verstanden hast. (Lacht)

 

Besteht der Beruf nur aus Theorie? Oder darf man auch mal praktisch anpacken?

Natürlich ist der Beruf mehrheitlich theoretisch, aber während der Lehre werden diverse Praktika absolviert, bei denen man auf der Baustelle bei den Elektroinstallateur:innen mithilft. Dies verschafft einen Einblick, wie etwas auf der Baustelle umgesetzt wird und was für Probleme auftreten können. Ebenso lernt man zusätzlich das Material kennen. Weil ich zuvor bereits eine Lehre als Elektromonteurin abgeschlossen hatte, machte es aber wenig Sinn, mich auf die Baustelle zu schicken. Stattdessen konnte ich zur Firma Cellpack, wo ich Hochspannungsanlagen wie Transformatorenstationen planen und schliesslich in der Werkstatt eine solche Trafostation zusammenbauen durfte. Das hat mir nicht nur einen enormen Spass gemacht, sondern hat mir auch später in der Planung geholfen.

 

Da lernt man ja so Einiges in der Grundausbildung. Gibt es denn viele Richtungen, in die man sich weiterbilden kann?

Absolut! In meinem Fall hätte ich dazumal fast in die Planung von Transformatorenstationen gewechselt, weil es mir da so gefallen hat. (Lacht)
Ich bin dann jedoch in der Gebäudeplanung geblieben und habe berufsbegleitend noch die Technikerschule in Richtung Gebäudeautomatik besucht. Mit einer Ausbildung als Elektroplaner:in macht man nichts falsch, es stehen einem so viele Möglichkeiten offen. Man kann sich spezialisieren auf Sicherheitsanlagen, Hochspannungsanlagen und viele weitere Bereiche. Das Schöne am Schweizer Bildungssystem ist doch, dass jeder, der mal mit einer Lehre begonnen hat, mit der nötigen Disziplin auch CEO werden kann.

 

Danke für deine Zeit und die Einblicke in die Welt der Elektroplaner:innen, Andrea!

Ich danke euch! Ich hoffe sehr, dass wir die Talente von Morgen bald in unserer Branche willkommen heissen dürfen!

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